Tom Yum (ต้มยำ) ist eine scharf-saure thailändische Suppe: eine Brühe mit Zitronengras, Galgant, Kaffirlimettenblättern, Chili, Fischsauce und Limettensaft. Mit Garnelen heißt sie Tom Yum Kung, und als solche steht sie seit 2024 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Hier findest du ein Rezept und die Geschichte dahinter.
Was bedeutet Tom Yum?
ต้ม (Tom) steht für das Kochen. ยำ (Yam) übersetzt die englische Wikipedia mit „gemischt“, die thailändische beschreibt es als Art von sauer-scharfem Gericht. กุ้ง (Kung) heißt Garnele. Die offizielle Umschrift ist eigentlich „Tom Yam Kung“, verbreiteter ist „Tom Yum Goong“.
Welche Zutaten brauche ich für Tom Yum Kung?
Die Mengen reichen für vier Portionen und folgen dem Rezept von Hot Thai Kitchen der Köchin Pailin Chongchitnant.
- 960 ml Garnelenfond oder ungesalzene Hühnerbrühe
- 12 bis 15 mittelgroße bis große Garnelen, am besten mit Kopf und Schale
- 2 Stängel Zitronengras, nur die untere Hälfte, angequetscht
- 8 Scheiben Galgant
- 6 Kaffirlimettenblätter
- 2 bis 5 Thai-Chilis, je nach gewünschter Schärfe
- etwa 200 g Pilze; in Thailand nimmt man meist Strohpilze, Hot Thai Kitchen nimmt Austernpilze
- 60 ml Nam Prik Pao, eine thailändische Chilipaste
- 3 EL Fischsauce
- 120 ml frisch gepresster Limettensaft
- 1 TL Zucker
- Koriander zum Servieren
Zitronengras, Galgant, Kaffirlimettenblätter und Nam Prik Pao bekommst du im Asia-Laden. Nam Prik Pao wird aus Garnelen, Chilis, Schalotten und Knoblauch gemacht. Laut Hot Thai Kitchen ist die Paste nicht zwingend nötig, sie passt aber gut zur Version mit Garnelen.
Wie koche ich Tom Yum Kung?
- Bring die Brühe zum Kochen und gib Zitronengras, Galgant, Kaffirlimettenblätter und Chilis hinein. Die Kräuter sollen die Brühe aromatisieren, ähnlich wie beim Aufbrühen von Tee.
- Gib die Pilze, die Chilipaste, die Fischsauce und den Zucker dazu.
- Gib die Garnelen hinein und schalte den Herd aus, sobald sie fast gar sind. Sie garen in der Restwärme fertig.
- Rühr erst jetzt, vom Herd genommen, den Limettensaft ein und schmeck ab.
- Mit Koriander bestreuen und mit Jasminreis servieren.
Den Limettensaft gibt man erst am Ende dazu. Der Foodblogger Mark Wiens begründet das damit, dass der Saft durch die Hitze bitter wird. Zitronengras, Galgant und Kaffirlimettenblätter bleiben traditionell in der Suppe, werden aber nicht mitgegessen.
Was ist der Unterschied zwischen klarer und cremiger Tom Yum?
In Thailand wird man im Restaurant oft gefragt, ob man Tom Yum „Nam Sai“ oder „Nam Khon“ möchte. Nam Sai ist die klare Brühe, Nam Khon die cremige Variante. Für die cremige Version kommt laut Hot Thai Kitchen ungesüßte Kondensmilch hinein, etwa 120 ml auf vier Portionen, keine gezuckerte. Kokosmilch geht auch. Den Limettensaft rührst du dann erst ein, wenn die Suppe nicht mehr blubbert, sonst flockt die Milch aus.
Wann die cremige Version aufkam, ist umstritten: Die Angaben reichen von der Zeit König Ramas VI. (1910 bis 1925) bis in die 1980er-Jahre. Die Food-Bloggerin Leela Punyaratabandhu nennt sie jedenfalls die neuere, nicht traditionelle Variante.
Seit wann ist Tom Yum Kung UNESCO-Kulturerbe?
Am 3. Dezember 2024 hat die UNESCO „Tomyum Kung“ in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Nach Thailands Nominierung stammt das Gericht aus buddhistischen Dörfern an den Flüssen der zentralen Ebene, in denen man keine großen Tiere schlachtete und deshalb Süßwassergarnelen verwendete. Es ist nach dem Maskentanz Khon, der Thai-Massage, dem Tanzdrama Nora und dem Neujahrsfest Songkran Thailands fünfter Eintrag auf dieser Liste.
Wie alt ist Tom Yum?
Die ältesten schriftlichen Belege stammen aus dem späten 19. Jahrhundert, um 1888 bis 1890, und beschreiben eine Tom Yum mit Fisch statt Garnelen. Eine Version mit Garnelen erscheint laut der englischen Wikipedia 1898 in einem thailändischen Kochlexikon. Die heute bekannte Form findet sich erstmals 1964 in einem Buch über die königliche Küche.
Was hat Tom Yum mit Instantnudeln zu tun?
Tom Yum ist auch eine der bekanntesten Sorten thailändischer Instantnudeln. Die größte Marke ist MAMA vom Hersteller Thai President Foods, gegründet 1972, mit einem Marktanteil von rund der Hälfte in Thailand. Der amerikanische Thai-Koch Andy Ricker nannte Tom Yum Kung 2019 die mit Abstand beliebteste Sorte in Thailand.
In Thailand gibt es sogar einen „Mama-Index“: Steigen die Verkäufe von Instantnudeln, gilt das als Zeichen, dass die Menschen weniger Geld haben. Die Zeitung The Nation bezeichnete die Nudeln 2022 als Index für wirtschaftliche Not, wies 2015 aber auch darauf hin, dass der Index nicht immer zuverlässig ist.
Thailändische Instantnudeln von MAMA oder YumYum kannst du in unserer Ba-Mee-Box probieren: 30 Packungen in zehn Sorten. Woher die koreanischen Instantnudeln kommen, erzählen wir in Die Erfolgsgeschichte der koreanischen Instant-Ramen, und thailändische Snacks findest du in der Kategorie Thailand.
Quellen
- Hot Thai Kitchen (Pailin Chongchitnant): Tom Yum Goong und Creamy Tom Yum
- She Simmers (Leela Punyaratabandhu): Tom Yam Kung (2011)
- RecipeTin Eats: Tom Yum Soup
- Eating Thai Food (Mark Wiens): Tom Yum Soup
- UNESCO: Tomyum Kung und Beschluss 19.COM 7.B.12 (2024)
- Thailändisches Außenministerium: Tomyum Kung has been inscribed (2024)
- Chiang Mai Citylife: Royal Cuisine: Tom Yum Kung (2018)
- TASTE: zu MAMA-Nudeln (2019)
- The Nation: zum Mama-Index (2015) und zu Instantnudeln (2022)
- Wikipedia: Tom yum, Tom yum kung, ต้มยำ, Thai President Foods















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