Japan

Japanische Süßigkeiten: Dango, Taiyaki, Daifuku und mehr erklärt

Japanische Süßigkeiten reichen von feinem Konfekt, das die Jahreszeiten nachbildet, bis zu billigen Naschereien für Kinder. Hier erklären wir die bekanntesten: Dango, Taiyaki, Daifuku, Dorayaki und ein paar weitere.

Was ist der Unterschied zwischen Wagashi und Dagashi?

和菓子 (Wagashi) ist traditionelles japanisches Konfekt. Es wird meist aus pflanzlichen Zutaten gemacht, etwa Reis, Bohnen und Zucker, und spielt stark mit den Jahreszeiten. Eine feste Definition gibt es laut dem japanischen Landwirtschaftsministerium nicht. Das Wort 菓子 (Kashi) bezeichnete ursprünglich übrigens Obst und Nüsse.

駄菓子 (Dagashi) sind das Gegenteil: billige Süßigkeiten und Snacks, vor allem für Kinder. Sie kosten etwa 10 bis 200 Yen und wurden traditionell in kleinen Läden verkauft, den Dagashi-ya. Ihre Blütezeit hatten sie in den 1950er- bis frühen 1980er-Jahren. Im Raum Tokio gibt es laut der englischen Wikipedia heute noch rund 50 solcher Läden.

お菓子 (Okashi) schließlich ist einfach das höfliche Wort für Süßigkeiten aller Art.

Was sind Dango?

団子 (Dango) sind kleine Klöße aus Reismehl und Klebreismehl, oft auf einem Spieß serviert. Die bekanntesten Sorten:

  • Mitarashi-Dango (みたらし団子) sind gegrillt und mit einer Glasur aus Sojasauce, Zucker und Stärke überzogen. Der Überlieferung nach stammen sie aus einem Teehaus beim Shimogamo-Schrein in Kyoto, die Form soll die Blasen im Reinigungsteich des Schreins nachahmen. Die süße Glasur ist allerdings deutlich jünger, die Quellen datieren sie auf die Taishō-Zeit oder die Nachkriegszeit.
  • Hanami-Dango (花見団子) sind rosa, weiß und grün und gehören zur Kirschblütenzeit im Frühling.
  • Tsukimi-Dango (月見団子) sind weiße, runde Klöße, die zum Mondfest im Herbst gegessen werden. Im Osten Japans stapelt man sie zur Pyramide, im Westen sind sie oval und mit Bohnenpaste umhüllt.

Was ist Taiyaki?

たい焼き (Taiyaki) heißt wörtlich „gebackene Meerbrasse“: ein fischförmiges Waffelgebäck, meist gefüllt mit 餡子 (Anko), süßer roter Bohnenpaste. Die Meerbrasse gilt in Japan als Glückssymbol und war früher ein teurer Fisch. Taiyaki machten den Glücksfisch also für alle erschwinglich.

Als Erfinder gilt der Laden Naniwaya in Tokio, der Taiyaki ab 1909 verkaufte. Die japanische Wikipedia hält es allerdings für wahrscheinlich, dass andere schon früher ähnliches Gebäck verkauft haben. Einen neuen Schub bekam Taiyaki 1975 durch das Kinderlied „Oyoge! Taiyaki-kun“.

Was ist Daifuku?

大福 (Daifuku) bedeutet „großes Glück“: ein kleiner, runder Mochi, meist gefüllt mit Anko. Früher hieß er unter anderem „Harabuto-Mochi“, etwa „Mochi mit dickem Bauch“. Die Umbenennung spielt damit, dass 腹 (Bauch) und 福 (Glück) gleich ausgesprochen werden. Ende des 18. Jahrhunderts war Daifuku schon beliebt.

Eine jüngere Variante ist いちご大福 (Ichigo-Daifuku) mit einer ganzen Erdbeere in der Bohnenpaste. Sie kam in den 1980er-Jahren auf, mehrere Konditoreien beanspruchen die Erfindung für sich. Gegessen wird sie vor allem im Frühling.

Mochi (餅) selbst ist ein Reiskuchen aus gedämpftem und gestampftem Klebreis. Das japanische Landwirtschaftsministerium nennt ihn das älteste verarbeitete Lebensmittel Japans.

Welche japanischen Süßigkeiten gibt es noch?

  • Dorayaki (どら焼き): zwei kleine Pfannkuchen aus Castella-Teig mit Bohnenpaste dazwischen. „Dora“ heißt Gong, nach einer Erklärung wurden die ersten Dorayaki auf einem Gong gebacken. Bekannt ist Dorayaki auch als Lieblingsessen der Comicfigur Doraemon.
  • Yōkan (羊羹): ein fester Block aus Bohnenpaste, Agar und Zucker. Der Name geht auf eine chinesische Hammelsuppe zurück, in Japan wurde das Fleisch ersetzt.
  • Konpeitō (金平糖): kleine Zuckerkugeln mit Noppen. Der Name kommt vom portugiesischen „confeito“, und 1569 schenkte der portugiesische Missionar Luís Fróis dem Kriegsherrn Oda Nobunaga ein Glasfläschchen davon.
  • Ramune (ラムネ): Limonade in einer Flasche, die mit einer Glasmurmel verschlossen ist. Der Name kommt vom englischen „lemonade“. Wann Ramune nach Japan kam, geben die Quellen unterschiedlich an, irgendwann im späten 19. Jahrhundert.

Warum sind Wagashi so saisonal?

Viele Wagashi bilden die Jahreszeit ab, in Form, Farbe oder Zutaten. Nerikiri etwa, ein kunstvoll geformtes Konfekt, wird nach Blumen, Tieren und Festen der Saison geformt. Im Frühling isst man 桜餅 (Sakura-Mochi), rosa Mochi mit Bohnenpaste in einem gesalzenen Kirschblatt, besonders zum Mädchenfest Hinamatsuri am 3. März. Im Herbst gehören Tsukimi-Dango und Süßigkeiten mit Hasenmotiven zum Mondfest.

Wo bekomme ich japanische Süßigkeiten?

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Quellen

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