Tteokbokki (떡볶이) sind koreanische Reiskuchen, die in einer scharf-süßen Sauce aus Gochujang gekocht werden. Gekocht sind sie in einer knappen Viertelstunde, dazu kommt die Zeit zum Einweichen. Die Reiskuchen werden dabei weich, die Sauce dickt ein und legt sich um jedes Stück. In Korea gehört Tteokbokki zu den typischen Gerichten von Imbissen und Straßenständen.
Welche Reiskuchen nehme ich für Tteokbokki?
Die Grundlage ist 가래떡 (Garae-tteok), ein langer, weißer, zylindrischer Reiskuchen aus nicht klebendem Reismehl. Für Tteokbokki wird er in kurzen Stücken verkauft. Im Handel findest du zwei Sorten: Reiskuchen aus Reismehl und solche aus Weizenmehl. Die koreanische Wikipedia beschreibt den Unterschied so: Weizen-Tteok macht die Sauce sehr dickflüssig, Reis-Tteok bleibt auch bei langem Kochen elastisch.
Gekühlte oder tiefgefrorene Reiskuchen sind hart und sollten vorher in Wasser einweichen, etwa 20 Minuten, bei Kühlschrankware gern länger. Ganz durchgefrorene Reiskuchen brauchen laut Korean Bapsang mehrere Stunden bis über Nacht.
Welche Zutaten brauche ich?
Die Mengen reichen für drei Portionen und folgen dem Rezept von Korean Bapsang. Koreanische Rezepte gehen hier weit auseinander: Beim Chilipulver reicht die Spanne von einem Teelöffel bis zu fünf Esslöffeln, bei der Sojasauce von einem bis sechs Esslöffeln. Taste dich also lieber heran.
Für die Reiskuchen
- 450 g Reiskuchen für Tteokbokki
- 710 ml Brühe aus getrockneten Sardellen und Kelp, ersatzweise Wasser (für mehr Sauce bis 950 ml)
- 1 bis 2 Platten 어묵 (Eomuk), koreanischer Fischkuchen, in Stücke geschnitten
- 110 g Weißkohl, in Stücke geschnitten
- 1 bis 2 Frühlingszwiebeln
- 2 hart gekochte Eier (optional)
Für die Sauce
- 3 EL 고추장 (Gochujang), koreanische Chilipaste
- 1 bis 3 TL 고춧가루 (Gochugaru), koreanisches Chilipulver
- 1 EL Sojasauce
- 2 EL Zucker
- 1 EL Sirup (im Original Maissirup)
- 1 EL gehackter Knoblauch
Für eine vegane Variante nimmst du Wasser oder Gemüsebrühe statt der Sardellenbrühe und lässt den Fischkuchen weg oder ersetzt ihn durch frittierte Tofutaschen (Yubu).
Wie koche ich Tteokbokki?
- Weiche die Reiskuchen in Wasser ein, wie oben beschrieben.
- Rühre Gochujang, Gochugaru, Sojasauce, Zucker, Sirup und Knoblauch zu einer Sauce glatt.
- Bring die Brühe in einer breiten Pfanne oder einem flachen Topf zum Kochen und rühre die Sauce ein.
- Gib die abgetropften Reiskuchen dazu und lass alles 8 bis 10 Minuten kochen. Rühre dabei immer wieder um, damit nichts am Boden ansetzt. Die Reiskuchen sollen sehr weich werden, die Sauce sichtbar eindicken.
- Gib Fischkuchen, Weißkohl und Frühlingszwiebeln dazu und koche alles weitere 4 bis 6 Minuten. Zum Schluss kommen die Eier hinein.
Ist die Sauce zu dünn, lass sie ein paar Minuten länger einkochen. Ist sie zu dick, gieß einen Schluck Brühe oder Wasser nach.
Was kann ich noch hineingeben?
Tteokbokki verträgt viele Zutaten. Die koreanische Tourismusorganisation nennt Eier, Glasnudeln, Fischkuchen und Instantnudeln, in letzter Zeit auch Tintenfisch, Garnelen und Käse. Mit Ramyeon heißt das Gericht 라볶이 (Rabokki), aus 라면 (Ramyeon) und 떡볶이. Woher die koreanischen Instantnudeln kommen, erzählen wir in Die Erfolgsgeschichte der koreanischen Instant-Ramen.
Eine Variante mit deutlich mehr Flüssigkeit heißt 국물떡볶이 (Gungmul-Tteokbokki), also Tteokbokki mit Brühe.
Warum heißt es mal Tteokbokki und mal Topokki?
Tteokbokki ist die offizielle Umschrift nach der revidierten Romanisierung des Koreanischen, das doppelte tt und kk steht für gespannte Laute. Im Umlauf sind daneben Schreibweisen wie Ddeokbokki oder Topokki. Topokki hat die südkoreanische Regierung 2010 für Speisekarten festgelegt, weil es sich leichter aussprechen lässt, obwohl die Romanisierungsregeln Tteokbokki ergeben. Auch auf vielen Packungen steht Topokki, zum Beispiel auf unserem Topokki Carbonara.
Woher kommt Tteokbokki?
Das Gericht war ursprünglich gar nicht scharf. Am Königshof der Joseon-Zeit gab es 궁중떡볶이 (Gungjung-Tteokbokki): Reiskuchen, mit Rindfleisch, Sesamöl und Sojasauce gebraten. Ein oft genannter früher schriftlicher Beleg ist das Kochbuch 시의전서 (Siŭijŏnsŏ) aus dem späten 19. Jahrhundert. Das Korean Food Promotion Institute nennt noch ältere Erwähnungen des Namens. Nach einer verbreiteten Geschichte wurde die Hofversion erfunden, um dem König den Appetit zurückzugeben, belegt ist das nicht.
Die rote Version mit Gochujang gilt als Erfindung von 마복림 (Ma Bok-rim), die 1953 im Seouler Viertel Sindang-dong einen Tteokbokki-Stand eröffnet haben soll. Das Jahr stammt allerdings vor allem aus ihrer eigenen Darstellung. Moon Jung-hoon schrieb 2026 in einem Meinungsbeitrag der Korea JoongAng Daily, dass sich kaum jemand an rotes Tteokbokki in den 1950er-Jahren erinnert. Er sieht den Durchbruch Ende der 1960er, als es fast gleichzeitig vor Schulen im ganzen Land auftauchte.
Dass Tteokbokki zum billigen Alltagsessen wurde, hat mit Weizen zu tun: Nach Angaben des Korean Food Promotion Institute spielten Mehlspenden aus den USA in den 1950er-Jahren und eine staatliche Kampagne für Mischgetreide Ende der 1960er eine Rolle. Reiskuchen aus Weizen waren günstiger und ließen sich leichter in großen Mengen herstellen.
In Sindang-dong gibt es bis heute eine Tteokbokki-Gasse. Laut der koreanischen Tourismusorganisation entstand sie Ende der 1970er und wurde in den 1980ern bekannt, als jedes Lokal eine eigene DJ-Kabine hatte. Mehr über unsere Tteokbokki-Produkte findest du auf unserer Tteokbokki-Seite, und warum Koreaner überhaupt so gern scharf essen, steht in Warum essen Koreaner so scharf?
Wie lagere und erwärme ich Tteokbokki?
Tteokbokki schmeckt frisch am besten. Reste werden in der Mikrowelle schnell trocken und hart. Korean Bapsang empfiehlt, sie abgedeckt im Topf mit etwas Wasser oder Brühe bei mittlerer bis kleiner Hitze zu erwärmen.
Ungekochte Reiskuchen lagerst du luftdicht im Kühlschrank. Gekaufte halten dort nach Angaben von Tasting Table ein bis zwei Wochen, eingefroren bis zu drei Monate oder länger. Werden sie hart oder bröckelig, hat die Qualität nachgelassen. Hart werden Reiskuchen in der Kälte ohnehin, weil die Stärke sich verändert. Einweichen und Kochen machen sie wieder weich.
Quellen
- Korean Bapsang: Tteokbokki-Rezept
- Seonkyoung Longest: Tteokbokki
- 10000recipe: Rezept 7064727 und Rezept 6831293 (koreanisch)
- Korea Tourism Organization: Sindang-dong Tteokbokki Town
- Korean Food Promotion Institute: Tteok, an Age-old Korean Delicacy (2023)
- Korea JoongAng Daily: How spicy red tteokbokki became a national street food (2026) und Korea orders up an extra serving of English (2010)
- Korea Times: Tteokbokki in Sindang-dong retains appeal (2016)
- Korea Herald: Beitrag zu Gungjung-Tteokbokki (2014)
- Tasting Table: Beitrag zum Lagern und Einfrieren von Reiskuchen (2024)
- Wikipedia: Tteokbokki, 떡볶이, Garae-tteok















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